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Angelo:
Du reitest vorauf. Reite doch, reite! und kehre dich an nichts!
Pirro:
Nimmermehr!
Angelo:
Wie? ich glaube gar, du willst den Gewissenhaften spielen. Bursche! ich
denke, du kennst mich. - Wo du plauderst! Wo sich ein einziger Umstand
anders findet, als du mir ihn angegeben! -
Pirro:
Aber, Angelo, um des Himmels willen! -
Angelo:
Tu, was du nicht lassen kannst! (Geht ab.)
Pirro:
Ha! Laß dich den Teufel bei einem Haare fassen, und du bist sein auf ewig!
Ich Unglücklicher!
Vierter Auftritt
Odoardo und Claudia Galotti. Pirro.
Odoardo:
Sie bleibt mir zu lang aus -
Claudia:
Noch einen Augenblick, Odoardo! Es würde sie schmerzen, deines Anblicks
so zu verfehlen.
Odoardo:
Ich muß auch bei dem Grafen noch einsprechen. Kaum kann ich's erwarten,
diesen würdigen jungen Mann meinen Sohn zu nennen. Alles entzückt mich
an ihm. Und vor allem der Entschluß, in seinen väterlichen Tälern sich
selbst zu leben.
Claudia:
- Das Herz bricht mir, wenn ich hieran gedenke. - So ganz sollen wir sie
verlieren, diese einzige, geliebte Tochter?
Odoardo:
Was nennst du, sie verlieren? Sie in den Armen der Liebe zu wissen?
Vermenge dein Vergnügen an ihr nicht mit ihrem Glücke. - Du möchtest
meinen alten Argwohn erneuern: - daß es mehr das Geräusch und die
Zerstreuung der Welt, mehr die Nähe des Hofes war als die Notwendigkeit,
unserer Tochter eine anständige Erziehung zu geben, was dich bewog, hier
in der Stadt mit ihr zu bleiben - fern von einem Manne und Vater, der euch
so herzlich liebet.
Claudia:
Wie ungerecht, Odoardo! Aber laß mich heute nur ein einziges Wort für
diese Stadt, für diese Nähe des Hofes sprechen, die deiner strenge n Tugend
so verhaßt sind. - Hier, nur hier konnte die Liebe zusammenbringen, was
füreinander geschaffen war. Hier nur konnte der Graf Emilien finden; und
fand sie.
Odoardo:
Das räum ich ein. Aber, gute Claudia, hattest du darum recht, weil dir der
Ausgang recht gibt? - Gut, daß es mit dieser Stadterziehung so abgelaufen!
Laß uns nicht weise sein wollen, wo wir nichts als glücklich gewesen! Gut,
daß es so damit abgelaufen! - Nun haben sie sich gefunden, die füreinander
bestimmt waren: nun laß sie ziehen, wohin Unschuld und Ruhe sie rufen. -
Was sollte der Graf hier? Sich bücken, schmeicheln und kriechen und die
Marinellis auszustechen suchen? um endlich ein Glück zu machen, dessen
er nicht bedarf? um endlich einer Ehre gewürdiget zu werden, die für ihn
keine wäre? - Pirro!
Pirro:
Hier bin ich.
Odoardo:
Geh und führe mein Pferd vor das Haus des Grafen. Ich komme nach und
will mich da wieder aufsetzen. (Pirro geht ab.) - Warum soll der Graf hier
dienen, wenn er dort selbst befehlen kann? - Dazu bedenkest du nicht,
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