Title:

Emilia Galotti

Home
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

Marinelli: Lieber noch in dieser nämlichen Stunde als in der folgenden. Die Sache ist von der äußersten Eil'. Appiani: In Wahrheit? - So tut es mir leid, daß ich die Ehre, welche mir der Prinz zugedacht, verbitten muß. Marinelli: Wie? Appiani: Ich kann heute nicht abreisen - auch morgen nicht - auch übermorgen noch nicht. - Marinelli: Sie scherzen, Herr Graf. Appiani: Mit Ihnen? Marinelli: Unvergleichlich!  Wenn  der  Scherz  dem  Prinzen  gilt,  so  ist  er  um  so  viel lustiger. - Sie können nicht? Appiani: Nein,   mein   Herr,   nein.   -   Und   ich   hoffe,   daß   der   Prinz   selbst   meine Entschuldigung wird gelten lassen. Marinelli: Die bin ich begierig zu hören. Appiani: Oh, eine Kleinigkeit! - Sehen Sie; ich soll noch heut eine Frau nehmen. Marinelli: Nun? und dann? Appiani: Und dann? - und dann? - Ihre Frage ist auch verzweifelt naiv. Marinelli: Man hat Exempel, Herr Graf, daß sich Hochzeiten aufschieben lassen. - Ich glaube  freilich  nicht,  daß  der  Braut  oder  dem  Bräutigam  immer  damit gedient ist. Die Sache mag ihr Unangenehmes haben. Aber doch, dächt' ich, der Befehl des Herrn - Appiani: Der Befehl des Herrn? - des Herrn? Ein Herr, den man sich selber wählt, ist unser   Herr   so   eigentlich   nicht   -   Ich   gebe   zu,   daß   Sie   dem   Prinzen unbedingtem Gehorsam schuldig wären. Aber nicht ich. - Ich kam an seinen Hof  als  ein  Freiwilliger.  Ich  wollte  die  Ehre  haben,  ihm  zu  dienen,  aber nicht sein Sklave werden. Ich bin der Vasall eines größern Herrn -   Marinelli: Größer oder kleiner: Herr ist Herr. Appiani: Daß ich mit Ihnen darüber strittet - Genug, sagen Sie dem Prinzen, was Sie gehört haben - daß es mir leid tut, seine Gnade nicht annehmen zu können, weil  ich  eben  heut  eine  Verbindung  vollzöge,  die  mein  ganzes  Glück ausmache. Marinelli: Wollen Sie ihm nicht zugleich wissen lassen, mit wem? Appiani: Mit Emilia Galotti. Marinelli: Der Tochter aus diesem Hause? Appiani: Aus diesem Hause. Marinelli: Hm! Hm! Appiani: Was beliebt? Marinelli: Ich sollte meinen, daß es sonach um so weniger Schwierigkeit haben könne, die Zeremonie bis zu Ihrer Zurückkunft auszusetzen. Appiani: Die Zeremonie? Nur die Zeremonie? Marinelli: Die guten Eltern werden es so genau nicht nehmen. Appiani: Die guten Eltern? Marinelli: Und Emilia bleibt Ihnen ja wohl gewiß. Appiani: Ja wohl gewiß? - Sie sind mit Ihrem ja wohl - ja wohl ein ganzer Affe! Marinelli: Mir das, Graf? Appiani: Warum nicht? Marinelli: Himmel und Hölle! - Wir werden uns sprechen. Appiani: Pah! Hämisch ist der Affe; aber - Marinelli: Tod und Verdammnis! - Graf, ich fodere Genugtuung. Appiani: Das versteht sich. Marinelli: Und würde sie gleich itzt nehmen - nur daß ich dem zärtlichen Bräutigam den heutigen Tag nicht verderben mag. 20
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic sites:
CopyrightedBy.com/Startseite/Genres/Geschichten/Erzaehlungen
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/L
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/L/Lessing

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Impressum