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sag ich? - So unmöglich wär' es nun wohl nicht; aber kühn! - Wenn wir die
Braut in unserer Gewalt hätten, so stünd' ich dafür, daß aus der Hochzeit
nichts werden sollte.
Der Prinz:
Ei! wofür der Mann nicht alles stehen will! Nun dürft' ich ihm nur noch ein
Kommando von meiner Leibwache geben, und er legte sich an der
Landstraße damit in Hinterhalt und fiele selbst funfziger einen Wagen an,
und riss' ein Mädchen heraus, das er im Triumphe mir zubrächte.
Marinelli:
Es ist eher ein Mädchen mit Gewalt entführt worden, ohne daß es einer
gewaltsamen Entführung ähnlich gesehen.
Der Prinz:
Wenn Sie das zu machen wüßten, so würden Sie nicht erst lange davon
schwatzen.
Marinelli:
Aber für den Ausgang müßte man nicht stehen sollen. - Es könnten sich
Unglücksfälle dabei ereignen
Der Prinz:
Und es ist meine Art, daß ich Leute Dinge verantworten lasse, wofür sie
nicht können!
Marinelli:
Also, gnädiger Herr - (Man hört von weitem einen Schuß.) Ha! was war
das? - Hört' ich recht? - Hörten Sie nicht auch, gnädiger Herr, einen Schuß
fallen? - Und da noch einen!
Der Prinz:
Was ist das? was gibt's?
Marinelli:
Was meinen Sie wohl? - Wie, wann ich tätiger wäre, als Sie glauben?
Der Prinz:
Tätiger? - So sagen Sie doch -
Marinelli:
Kurz: wovon ich gesprochen, geschieht.
Der Prinz:
Ist es möglich?
Marinelli:
Nur vergessen Sie nicht, Prinz, wessen Sie mich eben versichert. - Ich habe
nochmals Ihr Wort - -
Der Prinz:
Aber die Anstalten sind doch so -
Marinelli:
Als sie nur immer sein können! - Die Ausführung ist Leuten anvertrauet, auf
die ich mich verlassen kann. Der Weg geht hart an der Planke des
Tiergartens vorbei. Da wird ein Teil den Wagen angefallen haben;
gleichsam, um ihn zu plündern. Und ein anderer Teil, wobei einer von
meinen Bedienten ist, wird aus dem Tiergarten gestürzt sein; den
Angefallenen gleichsam zur Hülfe. Während des Handgemenges, in das
beide Teile zum Schein geraten, soll mein Bedienter Emilien ergreifen, als
ob er sie retten wolle, und durch den Tiergarten in das Schloß bringen. - So
ist die Abrede. - Was sagen Sie nun, Prinz?
Der Prinz:
Sie überraschen mich auf eine sonderbare Art. - Und eine Bangigkeit
überfällt mich - (Marinelli geht an das Fenster.) Wornach sehen Sie?
Marinelli:
Dahinaus muß es sein! - Recht! - und eine Maske kömmt bereits um die
Planke gesprengt - ohne Zweifel, mir den Erfolg zu berichten. - Entfernen
Sie sich, gnädiger Herr.
Der Prinz:
Ah, Marinelli -
Marinelli:
Nun? Nicht wahr, nun hab ich zu viel getan, und vorhin zu wenig?
Der Prinz:
Das nicht. Aber ich sehe bei alledem nicht ab - -
Marinelli:
Absehn? - Lieber alles mit eins! - Geschwind, entfernen Sie sich. - Die
Maske muß Sie nicht sehen. (Der Prinz gehet ab.)
Zweiter Auftritt
Marinelli und bald darauf Angelo.
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