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Emilia Galotti

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wenn sie nicht mehr können. - Dazu, es ist doch einmal die Mutter, die wir auf  unserer  Seite  haben  müssen.  -  Wenn  ich  die  Mütter  recht  kenne  -  so etwas  von  einer  Schwiegermutter  eines  Prinzen  zu  sein,  schmeichelt  die meisten. - Laß sie kommen, Battista, laß sie kommen! Battista: Hören Sie! hören Sie! Claudia: Galotti (innerhalb) Emilia! Emilia! Mein Kind, wo bist du? Marinelli: Geh, Battista, und suche nur ihre neugierigen Begleiter zu entfernen. Siebenter Auftritt Claudia Galotti. Battista. Marinelli. Claudia: (die in die Tür tritt, indem Battista herausgehen will) Ha! der hob sie aus dem  Wagen!  Der  führte  sie  fort!  Ich  erkenne  dich.  Wo  ist  sie?  Sprich, Unglücklicher! Battista: Das ist mein Dank? Claudia: Oh, wenn du Dank verdienest (in einem gelinden Tone) - so verzeihe mir, ehrlicher Mann! - Wo ist sie? - Laßt mich sie nicht länger entbehren. Wo ist sie? Battista: Oh, Ihre Gnaden, sie könnte in dem Schoße der Seligkeit nicht aufgehobner sein. - Hier mein Herr wird Ihre Gnaden zu ihr führen. (Gegen einige Leute, die nachdringen wollen.) Zurück da! ihr! Achter Auftritt Claudia Galotti. Marinelli. Claudia: Dein Herr? - (Erblickt den Marinelli und fährt zurück.) Ha! - Das dein Her r? - Sie hier, mein Herr? Und hier meine Tochter? Und Sie, Sie sollen mich zu ihr führen? Marinelli: Mit vielem Vergnügen, gnädige Frau. Claudia: Halten Sie! - Eben fällt mir es bei - Sie waren es ja - nicht? - der den Grafen diesen Morgen in meinem Hause aufsuchte? mit dem ich ihn allein ließ? mit dem er Streit bekam? Marinelli: Streit?   -   Was   ich   nicht   wüßte:   ein   unbedeutender   Wortwechsel   in herrschaftlichen Angelegenheiten - Claudia: Und Marinelli heißen Sie? Marinelli: Marchese Marinelli. Claudia: So  ist  es  richtig.  -  Hören  Sie  doch,  Herr  Marchese.  -  Marinelli  war  -   der Name Marinelli war - begleitet mit einer Verwünschung - Nein, daß ich den edeln  Mann  nicht  verleumde!  -  begleitet  mit  keiner  Verwünschung  -  Die Verwünschung  denk  ich  hinzu  -  Der  Name  Marinelli  war  das  letzte  Wort des sterbenden Grafen. Marinelli: Des sterbenden Grafen? Grafen Appiani? - Sie hören, gnädige Frau, was mir in  Ihrer  seltsamen  Rede  am  meisten  auffällt.  -  Des  sterbenden  Grafen?  - Was Sie sonst sagen wollen, versteh ich nicht. Claudia: (bitter   und   langsam)   Der   Name   Marinelli   war   das   letzte   Wort   des sterbenden Grafen! - Verstehen Sie nun? - Ich verstand es erst auch nicht, 28
  
Reclam Universal-Bibliothek, Nr.45, Emilia Galotti
von Gotthold Ephraim Lessing
Siehe auch:
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