Titel:

Emilia Galotti

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Fünfter Auftritt Der Prinz: Soviel  er  will!  -  (Gegen  das  Bild.)  Dich  hab  ich  für  jeden  Preis  noch  zu wohlfeil. - Ah! schönes Werk der Kunst, ist es wahr, daß ich dich besitze? - Wer  dich  auch  besäße,  schönres  Meisterstück  der  Natur!  -  Was  Sie  dafür wollen, ehrliche Mutter! Was du willst, alter Murrkopf! Fodre nur! Fodert nur! - Am liebsten kauft' ich dich, Zauberin, von dir selbst! - Dieses Auge voll  Liebreiz  und  Bescheidenheit!  Dieser  Mund!  -  Und  wenn  er  sich  zum Reden  öffnet!  wenn  er  lächelt!  Dieser Mund! - Ich höre kommen. - Noch bin ich mit dir zu neidisch. (Indem er das Bild gegen die Wand drehet.) Es wird  Marinelli  sein.  Hätt'  ich  ihn  doch  nicht  rufen  lassen!  Was  für  einen Morgen könnt' ich haben! Sechster Auftritt Marinelli: Der Prinz. Marinelli: Gnädiger Herr, Sie werden verzeihen. - Ich war mir eines so frühen Befehls nicht gewärtig. Der Prinz: Ich bekam Lust, auszufahren. Der Morgen war so schön. - Aber nun ist er ja wohl  verstrichen;  und  die  Lust  ist  mir  vergangen.  -  (Nach  einem  kurzen Stillschweigen.) Was haben wir Neues, Marinelli? Marinelli: Nichts von Belang, das ich wüßte. - Die Gräfin Orsina ist gestern zur Stadt gekommen. Der Prinz: Hier liegt auch schon ihr guter Morgen (auf ihren Brief zeigend) oder was es  sonst  sein  mag!  Ich  bin  gar  nicht  neugierig  darauf.  -  Sie  haben  sie gesprochen? Marinelli: Bin ich, leider, nicht ihr Vertrauter? - Aber, wenn ich es wieder von einer Dame werde, der es einkömmt, Sie in gutem Ernste zu lieben, Prinz: so - - Der Prinz: Nichts verschworen, Marinelli! Marinelli: Ja?  In  der  Tat,  Prinz?  Könnt'  es  doch  kommen?  -  Oh!  so  mag  die  Gräfin auch so unrecht nicht haben. Der Prinz: Allerdings, sehr unrecht! - Meine nahe Vermählung mit der Prinzessin von Massa will durchaus, daß ich alle dergleichen Händel fürs erste abbreche. Marinelli: Wenn  es  nur  das  wäre:  so  müßte  freilich  Orsina  sich  in  ihr  Schicksal ebensowohl zu finden wissen als der Prinz in seines. Der Prinz: Das unstreitig härter ist als ihres. Mein Herz wird das Opfer eines elenden Staatsinteresse.  Ihres  darf  sie  nur  zurücknehmen,  aber  nicht  wider  Willen verschenken. Marinelli: Zurücknehmen?  Warum  zurücknehmen?  fragt  die  Gräfin:  wenn  es  weiter nichts als eine Gemahlin ist, die dem Prinzen nicht die Liebe, sondern die Politik zuführet? Neben so einer Gemahlin sieht die Geliebte noch immer ihren   Platz.   Nicht   so   einer   Gemahlin   fürchtet   sie   aufgeopfert   zu   sein, sondern - - Der Prinz: Einer neuen Geliebten. - Nun denn? Wollten Sie mir daraus ein Verbrechen machen, Marinelli? Marinelli: Ich? - Oh! vermengen Sie mich ja nicht, mein Prinz, mit der Närrin, deren Wort  ich  führe  -  aus  Mitleid  führe.  Denn  gestern,  wahrlich,  hat  sie  mich sonderbar gerühret. Sie wollte von ihrer Angelegenheit mit Ihnen gar nicht sprechen. Sie wollte sich ganz gelassen und kalt stellen. Aber mitten in dem 6
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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